Es war eines der heiß diskutiertesten Themen im letzten Jahr, „schafft sich Deutschland ab?“ Die einen sind klug und nicht willig, eine Familie zu gründen, die anderen weniger mit Intelligenz beschlagen, dafür reich an Kindersegen. Tatsächlich ist es ein ziemlicher Spagat, ein erfülltes Privatleben und den Beruf unter einen Hut zu bringen. Der Anspruch auf die Kitaplätze für alle war wohl nur ein leeres Versprechen und wird sich allem Anschein nach schon aus finanzieller Sicht nicht umsetzen lassen. Und haben Kinder in einer von Leistung geprägten Gesellschaft überhaupt Platz? Was ist, wenn sie mal krank werden? Wer einen Vollzeitjob hat, weiß, dass es nicht einfach ist, genügend Zeit für die Familie aufzubringen. Wenn dann noch Überstunden erwartet werden, wird es eng. Kollegen, die keine Familie haben, können diese Zwickmühle nicht nachvollziehen. Väter und Mütter fühlen sich unter Druck gesetzt und haben Angst um ihren Job. Es entsteht eine Doppelbelastung, die sich weder gut auf das familiäre Klima, noch auf die Atmosphäre am Arbeitsplatz auswirkt. Kein Wunder also, dass das Modell Familie scheinbar ausgedient hat. Liegt es an unserer Zeit, an unserem selbst auferlegten Leistungsdruck?
Die Kehrseite sind die Familien, in denen keiner ein Arbeitsverhältnis hat. Dieses andere Extrem wurde hauptsächlich angesprochen im eingangs erwähnten Diskussionsthema. Obwohl dann jede Menge Zeit übrig wäre für Privatleben und Familie, liegt dieses wertvolle Gut „Zeit“ brach. Es verrinnt ungenutzt, wo es anderenorts so dringend gesucht wird. Nur Privatleben kann offenbar ebenfalls nicht die Lösung sein. Es scheint also, wie so oft, ein Verteilungsproblem zu sein.
Dennoch ist die Lage nicht aussichtslos. Alles nur in dieser Schwarz-Weiß-Malerei darzustellen, wäre übertrieben. Es gibt Modelle, bei denen privat und Beruf funktioniert. Es fehlt nur an adäquaten Nachahmern. Eine Kombivariante aus privaten und beruflichen Websites bietet auch dieses Portal und zeigt damit, dass dieses Modell durchaus funktionstüchtig ist.
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